Früher war alles Friedrich
Friedrich Merz ist der beste deutsche Bundeskanzler seit Olaf Scholz, was spätestens seit der Pressekonferenz am Montagmorgen endgültig zur traurigen Gewissheit mutiert sein dürfte.
Es würde mich persönlich sehr freuen, wenn dereinst genau das – und nur das – das Einzige wäre, das man in der Wikipedia über das politische Wirken des Friedrich Merz wird lesen können, bringt es die Sache zu meinem großen Leidwesen doch sehr genau auf den Punkt.
Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von Wassonstnochgeschah™.
Die Zeiten werden härter, was man unter anderem auch daran sehen kann, dass sich Merz und die Seinen angesichts des immer noch weiter zunehmenden Wahnsinns in der Welt immer noch verzweifelter an ihren anachronistischen Weltbildern festklammern: Die Ausländer und die Armen sind an allem schuld. Das Auto ist die Lösung für alles.
In den ganz seltenen Fällen, in denen sich das Kabinett Merz dann aber doch einmal dazu aufzuraffen kann, auf ein akutes Problem eine schnell umsetzbare Lösung präsentieren zu wollen, dann … ja, was dann? Was genau soll das gewesen sein, das Merz, Söder, Klingbeil und Bas da vorgestellt haben?
Ein Herbst der Reformen Zwei-Null?
Quasi als Frühsommer-Edition mit Vertagungs-Option?
Wer mir spontan fünf … drei … also gut … eine Sache nennen kann, die diese Regierung bisher tatsächlich gut gemacht und nicht nur für irgendwann in einer nicht näher definierten Zukunft angekündigt hat, dem schenke ich passend zur überragenden CDU-Digitalpolitik mein gutes altes DSL Modem.
Sich vor die Presse zu setzen und so zu tun, als hätten eine freiwillige Sonderzahlung der Arbeitgeber, oder das Hoffen auf den Anstand der Öl-Konzerne irgend etwas mit lösungsorientierter Politik – oder überhaupt mit Politik – zu tun … das ist … Begriffe wie „erbärmlich“, „hilflos“, „ernüchternd“ oder auch „unfähig“ umschreiben meine Gefühlslage während dieser Pressekonferenz bestenfalls ansatzweise.
Um es vorsichtig zu formulieren: In einer Zeit, in der nicht Energie an sich, sondern im Grunde nur die fossilen Energieträger immer knapper und damit teurer werden, halte ich es für extrem dämlich, ausgerechnet das panische Festhalten am Verbrennungsmotor für die Lösung aller Probleme zu erklären.
Die Quittung für so viel Unfähigkeit in so wichtigen Positionen dürften wir alle bei der nächsten Bundestagswahl bekommen, wenn der AfD-Halbierer und der Bratwurstfresser vor die Kameras treten und mit einer lahmen Ausrede nach der anderen erklären, wie es so weit kommen konnte. Klingbeil und Bas haben vermutlich mehr Glück: Schon kurz nach dem nächsten Wahldebakel wird man sich an die beiden kaum noch erinnern.
Schalten Sie auch nächstes mal wieder ein, wenn ich der Frage nachgehen werde, ob es Söder erlaubt sein sollte, in eine Kamera zu sprechen, ohne dabei irgend etwas extrem Ungesundes zu essen.
