Dingens of the year. Ein Rückblicksversuch.

Die Zeit des nach Zimt müffelnden Lametta ist fast schon wieder vorbei, schauen wir also zurück auf ein reichlich schräges Jahr 2025.

The good. Das fanden wir gut.

M: Es gab erfreulich viele gute Alben im vergangenen Jahr. Und es gab zwei Alben, die uns restlos begeistert haben. Mein absolutes Lieblingsalbum 2025 ist Lonely people with power von Deafheaven, nicht zuletzt, weil da mit Doberman auch mein persönlicher Song des Jahres drauf ist.

N: Beirut – A study of losses.

M: Unsere Lieblings-Fernsehsendung des Jahres ist Zeiglers wunderbare Welt des Fußballs. Der Rest des linearen Fernsehens kann von mir aus weg … ok, die Samstags-Sportschau, die Heute Show und das ZDF Magazin Royale dürfen auch dableiben, das kucken wir dann und wann auch. Und die Tagesthemen bzw. das Heute Journal meinetwegen – sind ja auch nicht schlecht. Wenn nur die ARD-Mediathek nicht so unglaublich unübersichtlich wäre.

N: Schuldig im Sinne der Anklage: Ja ich gestehe, ich gehöre dem „Bitte hier Hirn abgeben“ Volk an und schaue tatsächlich nur Trash TV. Von Gerichtsshows über Dr. Pimple Popper bis hin zu „Dschungelcamp“. Und was da oben so noch steht.

M: Wenig überraschend ist unsere Lieblings-Serie auch in diesem Jahr bei einem Streaming-Anbieter gelaufen: Die aktuelle Staffel von Only murders in the building zeigt wieder einmal, dass eine spannende Geschichte und gut geschriebene Dialoge in Verbindung mit Darstellern, die wissen was sie tun, so viel wichtiger sind, als das beste CGI-Gedöns dieser Welt.

N:Ich schließe mich den Worten meines Vorredners an und möchte noch Stranger Things und Wednesday hinzufügen.

M: Andererseits haben wir auch gemerkt, dass ein einziges Streaming-Abo im Grunde völlig ausreicht, da wir gar nicht die Zeit haben, die Inhalte von zwei oder noch mehr Diensten anzuschauen – unser Tag hat leider auch nur 24 Stunden. Derzeit läuft für 3 Pre-Paid-Monate Disney+, danach werden wir uns umtun, was es woanders gerade so gibt.

M: Spielerisch sind mir vor allem zwei Titel sehr positiv aufgefallen. Das herausragende Path of Exile II mag auf den ersten Blick nur mehr vom Gleichen sein, ist aber im Vergleich zum ohnehin schon sehr guten Vorgänger nochmals in allen Belangen verbessert und ausgefeilter. Spätestens mit diesem zweiten Teil ist PoE das viel bessere Diablo.

Gänzlich neu ist das beeindruckende Clair Obscur: Expedition 33, ein wahrhaft epischer Abenteuer-RPG-Mix mit tollen Charakteren in einer spannenden Geschichte, einer bezaubernd schönen Optik und einem Soundtrack, den ich in dieser Qualität nur sehr selten in einem Spiel gehört habe.

N: Dazu kann ich nur sagen, ich hänge einfach bei Stardew Valley fest, hin und wieder sowas wie The House of Da Vinci und fertig.

M: Was genau unterdessen der Mehrwert von Windows 11 im Vergleich zum Vorgänger sein könnte, kann ich auch nach über einem Jahr nicht sagen. Dafür: Das Betriebssystem, das ich mich derzeit am wenigsten nervt, ist Linux Mint. Installiert und fertig. Läuft seit dem einfach. Das ist schön.

N: Ich wünschte ich würde mich für sowas interessieren, aber mir doch wurscht was auf meinem Rechner läuft. Wenns nicht läuft komme ich mit traurigem Hundeblick und mach Muhuuuu – und hoffe jemand – also genaugenommen der eine meine – kommt und macht alles wieder heile. Das ist meine schöne wunderbare Welt des Computers.

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The bad. Das fanden wir so mittel-gut.

M: Mein Bundeskanzler des Jahres ist Robert Habeck … nein, leider nicht. Wäre aber besser für alle, das wird mit jedem Tag deutlicher.

N: Bundeskanzler … ach ja, Mr. Burns in echt. Tja, leider gar nicht mal so gut. Und ehrlich gesagt, Alternativen sehe ich gerade auch nicht so wirklich. Hat sich doch nach dem anderen, dem kleinen, Dingsi hier, dem Gnom … das Sprichwort bewahrheitet: Es kommt selten etwas bessres nach.

M: Ich fordere einen Friedhof für all die armen Schweine und sonstigen Tiere, die Markus Söder medienwirksam vor einer Kamera gefressen hat, nur um den besoffenen Stammtischdeppen in Süd-Ost-Deutschland zu gefallen.

M: Der KI-Hype nervt wie Sau, insbesondere wenn irgendwelche ahnungslosen Polit-Gestalten irgend einen auswendig gelernten Quatsch mit möglichst vielen Worthülsen zu diesem Thema in eine Kamera fabulieren.

N: KI-Hype nun ja. Würde die Menschheit einfach mal wieder ein Buch lesen, selbst recherchieren und das Hirn einschalten, ach was wäre das alles einfacher und schöner. Aber nö, is ja bequemer, KI zu benutzen. So zu tun als ob man natürlich alles selber gemacht hätte, dann brav vorlesen, was KI da Schönes gemacht hat und hinterher sagen: „Was? Das habe ich so nie gesagt/gemeint/geschrieben/gedacht.“.

M: Die Deutsche Bahn hat uns in diesem Jahr leider so schlimm im Stich gelassen, dass wir in den nächsten (mindestens) zehn Jahren keine Bahnreisen mehr unternehmen werden. Schade.

N: DB – ich trage schwarz für dich.

M: Die FIFA WM 2026 Auslosung war mit großem Abstand das Ekelhafteste, das ich seit langer Zeit gesehen habe – und das, obwohl ich gesehen habe, wie Markus Söder in eine Leberkas-Semmel beißt.

N: FIFA WM 2026 – niemals hätte ich gedacht, dass ich Folgendes sage: Ja leck mich, geht mir die WM im Fußball am Arsch vorbei! Und zwar meilenweit!

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And the ulgy. Die vielbesprochenen Dinge, die uns komplett am Arsch vorbeigegangen sind.

M: Taylor Swift hat mich auch in diesem Jahr einmal mehr nicht interessiert.

N: Zartmann, Oimara, Jassin, Apache 207 und Ikkimel. Bin mir immer noch nicht sicher, ob das nicht auch Gewürze aus dem Orient sind …

M: Ich frage mich, weswegen NFL-Spiele bei uns im TV laufen.

N: Cricket. Warum?

M: Vom Wort des Jahres, den Oscars, Grammys, Hiltruds und all dem ganzen anderen PR-Mist habe ich so gut wie nichts mitbekommen.

N: Preisverleihungen, Laudationen, Auto des Jahres und Brigitte-Diäten.

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Und schließlich: Die Vorsätzlichen.

M: Wenn eins bleibt vom vergangenen Jahr, dann das: Weniger ist oftmals mehr. Weniger arbeiten. Weniger Alkohol trinken. Weniger ungesundes Zeug essen. Weniger vor der Glotze rumliegen. Weniger im Netz rumhängen. Weniger vor dem Monitor hocken.
Habs mir fest vorgenommen 😉

N: Ähm nö, bis auf weniger arbeiten. Ok und weniger rumliegen. Und vielleicht mehr Salat. Aber weniger Alkohol? Nee nee nee 🙂
Mögen mir noch viele Alltagsirrsinnig-würdigen Dinge im Jahre 2026 geschehen, damit sich diese Seite reichlich mit kleinen Geschichten meinerseits füllen lässt.