Vom Kanzleramt sickert Dunkelheit herab
Je länger diese Regierung in Amt und Würden vor sich hin wurschtelt, je mehr frage ich mich, für wen Friedrich Merz das alles wohl macht – und warum. Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von Wassonstnochgeschah™.
Bundeskanzler Anfang 2026. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass sich Merz das nach all den langen Merkel-Jahren so vorgestellt hat – oder, dass das auch nur ein kleines bisschen Spaß macht.
Ob sich Friedrich Merz überhaupt noch noch an die längst vergangenen Tage erinnern kann, als er dieses undankbare Wahlvolk noch nicht verachtet hat? Damals, als er noch in seinem Blackrock-Elfenbeinturm die romantische Vorstellung hegen konnte, in der er für sein 80er-Jahre-Weltbild von den Massen gefeiert würde, die sich – wie er – zurück in die guten alten Zeiten sehnten, in denen alles in einfaches Schwarz-Weiss gefärbt war.
Ob dem Friedrich Merz wirklich nicht klar war, dass es solche Zeiten außerhalb seiner Millionärs-Filterblase niemals gegeben hat?
Ob Merz und dieses düstere Zerrbild der Union, das Spahn, Klöckner und Söder immer aufs neue beschwören, wirklich glauben, dass die Chinesen, die Inder und der Rest der Welt wieder mehr deutsche Autos mit ihren ewig gestrigen Verbrenner-Motoren kaufen werden, wenn alle Armen und Kranken öffentlich auf einem christlich-fundamentalistischen Scheiterhaufen ala MAGA verbrannt werden?
Müsste man nicht ein ausgesprochen beschränktes Verständnis der Welt haben, um zu glauben, dass die deutsche Wirtschaft maßgeblich deswegen nicht vom Fleck kommt, weil sich die Menschen hin und wieder krank melden oder in Teilzeit arbeiten?
Würde man wirklich wollen, dass tumbe Einfaltspinsel, die ernsthaft an etwas so Rückständigem wie fossilen Energieträgern oder Atomkraftwerken festhalten wollen, die Republik oder ein Bundesland regieren?
Ich denke nicht. Könnten demnächst spannende Landtagswahlen werden.
