Lifestyle-Regierung

Letzte Woche war ich noch voll der Hoffnung:
Ich würde ab sofort nur noch Positives schreiben.
Ich hatte es mir wirklich ganz fest vorgenommen.
Ehrlich.
Tjanun.
Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von Wassonstnochgeschah™.

Ich kann einfach nicht fassen, wie inkompetent, offen unverschämt und in Teilen menschenverachtend Friedrich Merz und seine Union vor sich hin scheitern, während sie sich mit allerhand Stammtisch-Gepolter und Deppen-Populismus immer weiter von der Lebensrealität der Menschen außerhalb ihrer verkorksten Filter-Blase – was der deutlichen Mehrheit der Bevölkerung in diesem Land entsprechen dürfte – entfernen.

Es scheint, als verstünden insbesondere die Kabinettsmitglieder aus den Reihen der Union das Ministeramt ausschließlich als günstige Gelegenheit, sich zwar nicht direkt zu bereichern, wohl aber die Weichen für eine lohnende Zukunft in der Privatwirtschaft zu stellen.
Dieses unwürdige Verhalten mag nicht neu sein. Die Unverfrorenheit, mit der inzwischen dabei zu Werke gegangen wird, aber durchaus.
Regieren reduziert auf ein reines Mittel zum persönlichen Zweck, als persönlichen Karriereschritt, als persönliches Sprungbrett.

Wie anders ließe sich dieses verkrampfte, fast schon beissreflexartige Festhalten an längst überholten Konzepten und Technologien erklären?
Wie die bedingungslose Kapitulation gegenüber Großkonzernen?
Oder auch die panische Angst vor längst überfälligen Veränderungen?

Bei Friedrich Merz mag ein eklatanter Mangel an Empathie gepaart mit kaum verhohlenem Hass auf Arme und Schwache sowie ein völlig absurdes Festhalten an längst überholten Welt- und Familienbildern zu Grunde liegen, der ihn ein ums andere mal als die krasse Fehlbesetzung erscheinen lässt, die er ist.

Bei seinen Erfüllungsgehilfen bin ich mir weniger sicher. Müsste ich raten, ich würde auf puren, reinen Egoismus tippen.

Die Überreste der ehemaligen Sozialdemokraten machen bei diesem geballten Elend, das sie Regierung nennen, leider auch keine gute Figur. So einen Abnick- und Durchwink-Verein braucht längst niemand mehr.

Schalten Sie auch nächstes mal wieder ein, wenn ich mich der Frage widmen werde, wie es sein kann, daß eine große alte Volkspartei wie die CDU keinen Besseren als ausgerechnet Friedrich Merz zustande bringt.