Die zehn Dinge … (7) – Godot-Edition
Ich schleiche nun doch schon eine ganze Weile auf diesem seltsamen Planeten herum – und was wurde mir in den letzten Jahrzehnten nicht alles versprochen und angekündigt …
Herzlich willkommen zur Godot-Ausgabe von Wassonstnochgeschah™.
Es gibt so Dinge, da war ich fest überzeugt von, dass es sie geben würde, wenn ich nur erst erwachsen wäre. Inzwischen werden die paar Haare, die noch da sind, immer grauer – und ich warte immer noch …
… auf das Beamen. Als ich im Kindergarten war, erklärten mir Kirk und Spock, dass es dereinst eine weit fortgeschrittene Technologie geben würde, die die Teleportation von Menschen, Dingen, Tierchen und Sachen auch über sehr große Entfernungen hinweg ermöglichen würde. In wenig mehr als einem Wimpernschlag würde ich zum Mars (der längst besiedelt wäre) reisen und noch viel weiter … tjaja, als ich klein war hielt ich Star Trek eher für so eine Art Doku-Serie über die Zukunft, denn für schnöde SciFi.
… auf fliegende Autos. Wenn wir also schon nicht beamen würden, was mir spätestens in der Grundschule dämmerte, das mit den fliegenden Auto müsste doch um so vieles realistischer sein. Das konnte unmöglich länger dauern, als bis zur Jahrtausendwende.
… auf Essen aus dem Replikator. Irgendwann war Kirk dann endgültig vorbei, Picard hatte längst übernommen – und er bestellte sich seinen Earl Grey heiss einfach beim Wandschrank, wo sich dieser dann samt Tasse in wenigen Sekunden materialisierte. Zu diesem Zeitpunkt war ich leider schon alt genug um zu erahnen, daß selbst die fliegenden Autos, mit denen zu meinen Lebzeiten kaum zu rechnen sein dürfte, womöglich um mehrere Zehnerpotenzen wahrscheinlicher waren, als das. Hach.
… auf überdachte Fahrrad-Schnellwege. Mit zunehmendem Alter wurden meine Wünsche deutlich profaner. Dächer gibt es schließlich schon seit vielen hundert Jahren in zigtausend Formen, weswegen das im 21. Jahrhundert doch kein ernsthaftes Problem darstellen sollte. Das denke ich übrigens immer noch :/
… auf pünktlich fahrende Züge. Als kleines Kind wurde mir glaubhaft versichert, daß uns die ganze Welt wegen unserer verlässlichen Eisenbahn beneiden würde. In den Jahren 2023 und 2024 sind wir so oft von der Deutschen Bahn im Stich gelassen worden, dass sie für uns als Verkehrsmittel nicht mehr in Frage kommt.
… auf einen sehenswerten zweiten Matrix Film. Wenn es schon mein Lieblings-SciFi-Roman Neuromancer aus mir unerfindlichen Gründen nicht mehr ins Kino schaffen sollte (mal kucken, bei Apple ist man wohl gerade dran), einen guten Matrix Film gibt es ja immerhin schon.
… auf einen Streaming-Dienst für alles. Eine einzige App, mit der dann alles, aber auch wirklich alles verfügbar ist – gänzlich ohne Werbung. Natürlich darf so etwas dann auch gerne etwas mehr kosten, wäre ja vermutlich mehr Zeug, als man in einem einzigen Leben würde anschauen können.
… auf eine benutzbare ARD-Mediathek. Da mit einem allumfassenden Streaming-Portal zumindest auf absehbare Zeit eher nicht zu rechnen ist, wie grossartig wäre es dann, wenn man wenigstens in den Untiefen der zigtausend online verfügbaren Inhalte der ARD tatsächlich auch einmal etwas finden würde. Einfach so, ohne sich eine gefühlte Ewigkeit durch drölfzig Unter-Mediatheken wühlen zu müssen. Ich würde das feiern.
… auf einen echten Nutzen für Künstliche Intelligenz. Mir fällt noch immer nichts ein, bei dem mir eine KI im Alltag besser helfen könnte, als die Tools, die es schon vor dem Hype gegeben hat – weswegen ich letztere übrigens bis heute nutze.
… auf Politiker, die wirklich wissen, wovon sie reden. Ach, ich weiss, jetzt wirds komplett albern.
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